RUNDBRIEF 2021

 

Der Präsident

im Januar 2021

 

Liebe Mitglieder,

 

hoffentlich haben Sie alle wohlbehalten das neue Jahr begrüßen können!

Das Jubiläumsjahr, das mit den 250. Geburtstagen von Hölderlin, Hegel und Beethoven wie dem 100. Geburts- und 50. Todestag von Paul Celan nun zurückliegt, war leider tief von den Auswirkungen der Corona-Pandemie gezeichnet. Den Wunsch vom Dezember, daß Sie, Ihre Familien und alle, die Ihnen wichtig sind, von Covid-19 einigermaßen verschont geblieben sind und auch im neuen Jahr verschont bleiben, kann ich nur wiederholen. Es ist zu hoffen, daß dieses neue Jahr im Hinblick auf die Pandemie und ihre Folgen für das Alltagsleben Wegmarken für eine Wendung zum Besseren mit sich bringt.

Daß „Hölderlin 2020“ bis Ende Juni 2021 verlängert ist, hatte ich Ihnen bereits geschrieben. Über die aktuellen Veranstaltungen und Initiativen informiert die Homepage www.hoelderlin2020.de. Das inhaltsreiche Programmbuch ist weiterhin erhältlich und kann beim Deutschen Literaturarchiv Marbach bestellt werden.

 

Dem Hinweis auf das Programmbuch muß ich leider sogleich die schmerzliche Mitteilung hinzufügen, daß wir die 37. Jahrestagung, die wir aufgrund der Pandemie aus dem Jubiläumsjahr 2020 auf den Termin um Hölderlins 251. Geburtstag herum zu verschieben gezwungen waren, nun doch ein weiteres Mal absagen müssen. Die Umstände erlauben es nicht, sie durchzuführen. Geplant ist nun, die Tagung mit demselben Thema und möglichst denselben Referentinnen und Referenten im Juni 2022 in Tübingen durchzuführen. Bis dahin sollte eine Wendung zum Besseren eingetreten und eine neue Stabilität des öffentlichen Lebens hoffentlich erreicht worden sein.

 

2020 hat nun aber nicht nur die mit der Corona-Pandemie verbundene Schockstarre mit sich gebracht. Es gibt auch Positives zu vermelden. Daß der ‚Turm‘ nach seiner Wiedereröffnung eine sehr gute Annahme erfahren hat, hatte ich Ihnen schon mitgeteilt – auch, daß seit Ende November unsere Geschäftsführung wieder unter der gewohnten Adresse: Bursagasse 6, 72070 Tübingen, erreichbar ist. Und schließlich wird trotz des Ausfalls der Jahrestagung 2020 der 42. Band unseres Jahrbuchs in gewohnter Kontinuität erscheinen können.

 

Das Lauffener Hölderlinhaus hatte, wie auch der Hölderlinturm, viele Schließtage, aber das Besucherinteresse war in beiden Museen während der Öffnungstage sehr zufriedenstellend. 

 

Von unserem Mitglied Frau Dr. Leibinger-Kammüller wurde eine Spendensammlung initiiert, durch die wir die Einrichtung des „Sommerzimmers“ im Hölderlinhaus in Lauffen unterstützen konnten - herzlichen Dank dafür! In Lauffen wird auch schon seit geraumer Zeit die Böltzsche Bibliothek, die sich im Besitz der Hölderlin-Gesellschaft befindet, aufbewahrt. Auf Initiative unserer Geschäftsführerin, die zugleich Leiterin des dortigen Hölderlinhauses ist, konnte die von Herrn Böltz gestiftete Bibliothek inzwischen digital erfaßt werden.

 

Erinnerungsorte wie den in Lauffen zu unterstützen, gehört zu den Zwecken unserer Gesellschaft. Hier ließ sich letztes Jahr auch für einen anderen Hölderlin-Erinnerungsort – er wird in Bad Homburg v.d.H. in der dortigen Villa Wertheimber aufgebaut – etwas tun. In etwa zeitgleich zu diesen Homburger Aktivitäten wurde uns angeboten, die Bibliothek von D.E. Sattler, dem Hauptherausgeber der „Frankfurter Hölderlin Ausgabe“, zusammen mit seinem dazugehörigen Editionsarchiv zu erwerben. Diesen Erwerb haben wir in der Zwischenzeit vollzogen und als Dauerleihgabe nach Bad Homburg gegeben. Der Villa Wertheimber sei als Anziehungsort für Hölderlins Werk und Wirken gutes Gedeihen gewünscht! Wir freuen uns, mit unserer Leihgabe dort als Hölderlin-Gesellschaft präsent zu sein.

 

Schließlich gilt es noch, das seit einiger Zeit laufende Projekt der Aufarbeitung der Akten unserer Gesellschaft zu erwähnen: Beim Ausräumen des ‚alten‘ Turms war deutlich geworden, daß ein Aktenbestand zur Geschichte unserer Gesellschaft vorliegt, der bis ca. 1920 zurückreicht. Daraus entstand die Absicht einer kritischen, quellenbasierten Aufarbeitung dieser Geschichte. Denn das könne, so die Vermutung, nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur Bedeutung der literarischen Gesellschaften und der kulturellen Gedächtnispolitik in der Weimarer Republik, zur Zeit des Nationalsozialismus, in der Bundesrepublik und der DDR sowie im wiedervereinigten Deutschland nach 1989 leisten, sondern in der Geschichte der Hölderlin-Institutionen auch die intellektuellen Debatten, die Interessen, politischen Einflüsse und Inanspruchnahmen transparent machen, die zur Signatur des 20. Jahrhunderts gehören. Diese Aufarbeitung macht in Heidelberg unter der Federführung von Andrea Albrecht und Roland Reuß gute Fortschritte.

 

Erfreulich war die Zahl der Neueintritte in diesem besonderen Jahr 2020; wir durften 41 neue Mitglieder begrüßen. All die widrigen Umstände konnten der Resonanz Hölderlins nichts anhaben!

 

Für ein gutes neues 2021 grüße ich Sie herzlich!

 

Ihr

Johann Kreuzer

Präsident

Rundbrief 2020

Der Präsident

im Februar 2020

 

Liebe Mitglieder,

 

das laufende Jahr steht ganz im Zeichen von Hölderlins 250. Geburtstag.

Den Auftakt bildete die Wiedereröffnung des Hölderlin-Turms – verbunden mit einem Festakt, der am 15. Februar in der Alten Aula der Universität Tübingen stattfand. Auf die Begrüßung durch den Tübinger Oberbürgermeister Palmer folgten Grußworte des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Kretschmann, der Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Dr. Grütters, sowie das Grußwort, das ich im Namen unserer Gesellschaft sprach, und dasjenige von Herrn Schielke seitens der Wüstenrotstiftung. Die neue Dauerausstellung im sanierten Turm stellte Herr Dr. Schmidt (DLA Marbach, Arbeitsstelle für literarische Museen) vor. Musikalisch begleitet wurde der Festakt von Brahms‘ „Schicksalslied“, gespielt vom Klavierduo Hayashizaki-Hagemann. Christian Reiner rezitierte „Der Gang aufs Land [Das Gasthaus]. An Landauer“ und „Die Aussicht (Der off’ne Tag …)“.

 

Europaweit wird es in diesem Jubiläumsjahr über 650 Veranstaltungen geben. Das ist ein beeindruckender Beleg für das Interesse an Hölderlin und seine Aktualität im Zusammenhang kultureller Selbstverständigung wie für die Formen, in denen das geschieht. Alle (Mitte Januar bekannten) Veranstaltungen sind in einem knapp dreihundertseitigen Programmbuch zusammengefasst, das Kurzbeschreibungen der Hölderlin-Orte enthält und Statements von verschiedenen Personen unter der Überschrift „Mein Hölderlin“. Dieses inhaltsreiche Programmbuch können Sie im Musemsshop des Literaturarchivs Marbach gegen eine Schutzgebühr von 3 € plus Versand bestellen: www.dla-marbach.de/shop oder: Deutsches Literaturarchiv Marbach, Schillerhöhe 8-10, 71672 Marbach am Neckar. Über http://www.hoelderlin-2020.de/ können Sie sich ebenfalls informieren.

 

Noch einmal zum ‚Turm‘. Die Anstrengungen und das Engagement dafür haben sich gelohnt: in Zusammenarbeit mit der AliM und dem Kulturamt der Stadt Tübingen ist eine Neugestaltung und Erweiterung gelungen, im Hinblick auf die ich nur herzlich einladen kann, dass Sie sich davon vor Ort selbst ein Bild machen. Der Besuch dort wird Ihnen viele Anregungen geben! Das Interesse am neugestalteten Haus zeigte auch der große Andrang, der bei der allgemeinen Eröffnung am 16. Februar herrschte. Erlauben Sie mir in diesem Zusammenhang nochmals den Hinweis, dass mit der Neukonzeption des Turms auch die Trennung von Museumsleitung und der Geschäftsführung unserer Gesellschaft einhergeht: die Leitung des Museums, das der Turm nun als Teil der Stadtmuseen ist, liegt bei Frau Dr. Potsch – nicht bei unserer Geschäftsführerin.

Wenn alles nach Plan geht, wird die Geschäftsführerin Eva Ehrenfeld im April in den Turm zurückkehren, wo zwei Räume für die Hölderlin-Gesellschaft bereitstehen und dazu unsere Bibliothek untergebracht sein wird. Dann gibt es wieder die Adresse Bursagasse 6, D-72070 Tübingen, das Postfach wird aber auch noch einige Monate als Adresse gültig sein.

 

Das nächste bedeutsame Datum in diesem Jahr ist die Eröffnung der Ausstellung „Hölderlin, Celan und die Sprachen der Poesie“ im Deutschen Literaturarchiv Marbach. 2020 jähren sich nicht nur die 250. Geburtstage von Hölderlin, Hegel und Beethoven, es jährt sich auch der 100. Geburtstag (und 50. Todestag) von Paul Celan. Eröffnet wird die Ausstellung in Marbach mit einem Festakt am 19. März und einer Rede des Bundespräsidenten.

 

Den Festakten in Tübingen und Marbach gesellt sich dann am 20. März der „Festakt zum 250. Geburtstag Hölderlins und zur Eröffnung des Hölderlinhauses“ in Lauffen am Neckar hinzu. Hier fing alles an! – es ist das große Verdienst des Bürgermeisters von Lauffen, von Herrn Waldenberger, dass Hölderlins Geburtshaus nun als „Hölderlinhaus“ mit eigener Dauerausstellung einer der für ihn signifikanten Erinnerungsorte werden konnte.

In Lauffen wird vom 4.-7. Juni auch unsere nächste Jahrestagung zum Thema „Wozu Dichter in dürftiger Zeit?“ stattfinden. Das Programm mit den Anmeldeunterlagen erhalten Sie unter der Rubrik "Jahrestagung" auf dieser Homepage.

 

Im Blick auf das Programm möchte ich an dieser Stelle nur auf zweierlei hinweisen: Es wird am Freitag, dem 5. Juni, eine Lesung des persischen Dichters SAID geben – und am folgenden Abend Gedichtvorträge von Mitgliedern und Lieder aus dem Lauffener Hölder-Musical. Hinweise dazu finden Sie in den Anmeldeunterlagen für die Jahrestagung.

 

Im zurückliegenden Jahr wurde unsere Homepage gründlich überarbeitet und präsentiert sich nun in einem völlig neuen Design. Zusammen mit dem neuen Logo haben wir damit einen zeitgemäßen Auftritt im Netz und zusätzlich eine wesentlich bedienungsfreundlichere Möglichkeit als bisher, aktuelle Inhalte einzupflegen.

Erfreulich ist die Zahl der Neueintritte in diesem besonderen Jahr; bereits 16 neue Mitglieder haben wir bisher begrüßen können.

 

Noch ein wichtiger formaler Hinweis: Im Jahr 2018 ist in Deutschland eine neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft getreten. Auch Vereine sind verpflichtet, von ihren Mitgliedern das ausdrückliche Einverständnis für die Verarbeitung der persönlichen Daten, die dem Verein zur Verfügung stehen, einzuholen. Deshalb liegt diesem Schreiben ein Antwortblatt bei, das ich Sie bitte auszufüllen und an die Geschäftsführung zurückzusenden. Wenn Sie nicht einverstanden sind, dürfen wir künftig keine Post mehr an Sie versenden.

Und noch einmal die Bitte:  Um unsere ausländischen Mitglieder künftig noch schneller erreichen zu können (und auch der teilweise erheblichen Portokosten wegen), möchten wir künftig die Briefpost an internationale Adressen in der Regel durch den elektronischen Versand per Email ersetzen. Bitte lassen Sie uns im Einzelfall wissen, ob Sie weiterhin unsere Rundbriefe per Post erhalten wollen. Für die Mitglieder im Inland wird es keine Änderungen im Versand geben.

Im Programmbuch zum Jubiläumsjahr habe ich geschrieben, dass wir ihm mit Spannung, großer Freude und Neugierde entgegensehen.

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein gelingendes 2020!

und grüße Sie herzlich!

Ihr

Johann Kreuzer