Hölderlin-Orte | 27.08.2025
Seit 1. Juni 2023 führte Klaus-Peter Waldenberger die Geschäfte der Gesellschaft. Johann Kreuzer bedankte sich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in exakt drei Jahren. Waldenberger war damals aus dem Amt des Bürgermeisters der Hölderlinstadt Lauffen am Neckar ausgeschieden und wollte mit der Übernahme der Geschäftsführung eine erfolgreiche Jahrestagung in Lauffen im Jahr 2024 absichern - außerdem war es ihm wichtig, einen regelmäßigen Kontakt zu den Mitgliedern aufzubauen - lesen Sie dazu seinen unten stehenden Abschiedsbrief.
Waldenberger engagierte sich seit dem Jahr 2008 im Beirat, seit dem Jahr 2010 im Vorstand der Gesellschaft. 2018 wurde er zum Vizepräsidenten gewählt, ein Amt, das er ebenfalls zur Jahrestagung 2026 nicht mehr anstrebte. Das Thema Hölderlin ist damit für den Verwaltungsfachmann nicht beendet. In Lauffen gründete er im Jahr 2011 einen Hölderlin-Freundeskreis mit aktuell 110 Mitgliedern, dessen Vorsitz er weiterhin wahrnehmen wird - dieser Freundeskreis kümmert sich vor allem um die Programmgestaltung im 2020 eröffneten Museum Hölderlinhaus.
Johann Kreuzer überreichte dem Weinliebhaber zum Dank für die gute Zusammenarbeit eine Flasche Château Kirwan aus dem Médoc - einem Betrieb, der zu Hölderlins Zeiten in Kontakt zu Konsul Meyer stand. Der Geschäftsführer wiederum bedankte sich bei seim "einzigen Chef in 40 Jahren Berufstätigkeit". Er habe sich keinen besseren vorstellen können, unterstützend und inspirierend.
Der Abschiedsbrief von Klaus-Peter Waldenberger
Liebe Mitglieder der Hölderlin-Gesellschaft,
beginnen möchte ich mit einem Dank – für die Möglichkeit, über 20 Jahre hinweg einen, wenn auch bescheidenen, Beitrag zur erfolgreichen Arbeit Ihrer Gesellschaft leisten zu dürfen. Gerade für einen Nicht-Wissenschaftler war diese Aufgabe spannend. Finden auch 'normale' Hölderlin-Begeisterte ihren Platz in einer der – das kann man bedenkenlos sagen – anspruchsvollsten literarischen Gemeinschaften unserer Republik?
Mit dieser Blickrichtung habe ich als 'Gemeinwesen-Mensch', der ich privat und beruflich über Jahrzehnte war, meine Tätigkeit begonnen und in der Zeit als Geschäftsführer fortgeführt. Dazu gehörte immer die Zusammenarbeit der Hölderlin-Orte, insbesondere Lauffen, Nürtingen, Tübingen und Bad Homburg. In den zurückliegenden drei Jahren wollte ich aber auch wissen, ob die über 700 Mitglieder der Gesellschaft ansprechbar und interessiert sind, sich zu treffen und auszutauschen sowie sich zu beteiligen.
Begonnen habe ich mit der Information: Die Homepage wurde zu einem aktuellen Informationsportal, ein Newsletter berichtet parallel, Facebook und Instagram kamen als für alle – auch Nichtmitglieder – zugängliche Medien hinzu.
Auf der Homepage wurde prominent an erster Stelle „Mein Hölderlin“ eingefügt – jedes Mitglied konnte sich dort mit einem selbst gewählten Beitrag präsentieren.
Ebenfalls neu angeboten wurde ein Mitgliedertag, zu dem jeweils an einem Hölderlin-Ort niederschwellig eingeladen wurde: eigene Anreise, keine Übernachtung, ein organisierter Tag von 10 bis 16 Uhr – in Nürtingen, Bad Homburg und eventuell in diesem Jahr in Bad Driburg.
Die Jahrestagung begann mit einem Mitgliederabendessen, erstmals in Lauffen, später auch in Tübingen, und endet mit einem Mitgliedergespräch, im Klostergarten 2024 und im Garten des Hölderlinturms 2026.
Und schließlich wurde 2026 zu einer Arbeitsgruppe eingeladen. Ich bin Nina Janz und Lisa Memmeler außerordentlich dankbar dafür, dass sie diese Aufgabe übernommen haben, ganz bewusst ohne meine Teilnahme: „Seit ein Gespräch wir sind“.
Johann Kreuzer sagte bei meiner Verabschiedung, das sei ja nicht alles ein Erfolg geworden. Das stimmt. Um festzustellen, was möglich ist, sollte man jedoch lieber viele Angebote machen und Rückschläge in Kauf nehmen. Ich möchte daher auf eine eigene Bewertung verzichten.
Ich würde Sie aber gerne dazu auffordern, diesen mitgliederorientierten Weg weiterzugehen – mit neuen Ideen und angstfreiem Engagement. Ich bin sicher, dass der neue Vorstand und die neue Geschäftsführung Sie dabei unterstützen und begleiten werden.
Mit den besten Wünschen für unsere Gesellschaft
Ihr
Klaus-Peter Waldenberger