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Freitag, 14.12.2018

Aufmerksamkeits-Ebenen. Ein Hölderlin-Lehrgang von Ulrich Gaier

Inhalt
  Vorbemerkung 2
I. Takt, Rhythmus, Klang 3
1 Reimstrophen nach Schiller 3
2 Blankverse 3
3 Antikisierende Metren 4
4 Freimetrische Verse 6
  - Übungen zur Metrik 9
5 Lautmalende Elemente 11
II. Bedeutungen, Bilder, Mythen 13
1 Historische Sprache 13
2 Etymologie 14
3 Bedeutungsreihen 15
  - Übungen zur Bedeutung 16
4 Bilder 17
  a Vergleich, Gleichnis 18
  b Tropen und Allegorie 19
  - Übungen zur Bildlichkeit 20
5 Mythos 22
  - Übungen zur Mythologie 23
III. Ordnungen 24
1 Der Satz 24
2 „Das Gesez dieses Gesanges“ 26
  Beispiel: Der Rhein  
3 Triadik 31
  -Übungen zur Ordnung 32
IV. Sprecher – Hörer – Gegenstand 35
1 Wechsel der Töne 35
  - Übungen zum Wechsel der Töne 41
2 Gattungen 42
  a Hymne, Gesang 43
  b Ode 45
  Die tragische Ode. Beispiel: Lebenslauf 47
  - Übungen zur Ode 53
  c Elegie 54
  - Übungen zur Elegie 58
  d Roman 59
  - Übungen zum Roman  
  e Tragödie  

Vorbemerkung

Der folgende Lehrgang zu Hölderlins Dichtung bezieht sich auf die späte Kritik des Dichters: Der modernen Poësie fehlt es aber besonders an der Schule und am Handwerksmäßigen, daß nemlich ihre Verfahrungsart berechnet und gelehrt, und wenn sie gelernt ist, in der Ausübung immer zuverlässig wiederhohlt werden kann. (2,309)[1] In der Annahme, dass Hölderlin selbst diese Berechenbarkeit und Lehrbarkeit in der eigenen Dichtung befolgt, angewandt und immer mehr verfeinert hat, werden hier die sprachlichen und kommunikativen Ebenen dargestellt, auf denen er die „Verfahrungsart, wodurch das Schöne hervorgebracht wird“ (ebd.) ausgeübt hat, auf die er seine Aufmerksamkeit richtete, über die er sich selbst in poetologischer Reflexion Rechenschaft gab und die deshalb die Aufmerksamkeit des Lesers erregen und ästhetische Erfahrung bei ihm erzeugen soll. Dem Liebhaber von Hölderlins Gedichten ist deshalb dieser Lehrgang allenfalls von Nutzen, wenn er verstehen will, was ihn fasziniert und er sich für die Machart eines Textes interessiert. Dagegen dient der Lehrgang allen, die sich analysierend und beschreibend mit Hölderlins Dichtung befassen, von Schülern über Studierende, Lehrende vor allem bis zu den Übersetzern. Denn sie müssen die Ebenen kennen, auf denen Hölderlins Gestaltungswille angesetzt und ästhetisch relevante Zusammenhänge geschaffen hat, um in der eigenen Sprache Äquivalente konstruieren zu können. Die formalen Eigenschaften sind, wo möglich, in ihre Traditionszusammenhänge gestellt (deshalb weit über Hölderlin hinaus brauchbar) und mit Beispielen versehen. Übungen zu den einzelnen Kapiteln sind angeschlossen; Lösungsvorschläge dazu finden sich mit hyperlink auf der homepage der Hölderlin-Gesellschaft. Dort werden auch besonders gelungene Lösungen für poetische Übungsaufgaben publiziert.
[1] Die Stellenangaben beziehen sich auf die drei Bände von Friedrich Hölderlin Sämtliche Werke und Briefe, hrsg. von Michael Knaupp. München Wien 1992. Der Text der Ausgabe findet sich digitalisiert auf der homepage der Hölderlin-Gesellschaft.